WisR Learnings
May 6, 2020

Die 5 Phasen des Ruhestands und wie HR-Chefs sie nutzen

Um ältere Mitarbeiter wertschätzend in ihren Ruhestand zu begleiten, brauchen Unternehmen zuallererst ein Verständnis dafür, welche Phasen Menschen in diesem Lebensabschnitt durchleben.

Diese sogenannten “Five Stages of Retirement” haben wir mit WisR-Empfehlungen für HR-Verantwortliche erweitert:

Antizipation

Die Phase 1 ist die Antizipation. In dieser Phase freuen sich 77% der Erwerbstätigen auf ihre neue Freiheit (0-5 Jahre vor Antritt in den Ruhestand). Unsere Empfehlung ist, hier mit einem Vorbereitungsgespräch oder -seminar anzusetzen. In diesem kann man gemeinsam erarbeiten, welche Kompetenzen der Mitarbeiter hat und ob und in welcher Form zum Beispiel eine weitere Zusammenarbeit möglich wäre. Wir sehen, dass manche Firmen ihren Mitarbeitern ein Seminar sogar gemeinsam mit ihrem Partner/in anbieten. 

Liberation

Die “Liberation” - sprichwörtlich die Befreiung - kommt mit dem Renteneintritt. Betriebe können hier mitdenken und etwa ein Buch für die neue Lebensphase schenken, sowie ein firmeneigenes Booklet mit allen wichtigsten Informationen zum Zuverdienst und weiteren Angeboten für die eigenen Senior Talents.

Honeymoon

Als Honeymoon-Phase werden die ersten drei bis sechs Monate im offiziellen Ruhestand bezeichnet. Viele Menschen können endlich reisen, sich ihren Familien und Enkeln widmen oder langerwartete Fortbildungs- oder Selbstverwirklichungsprojekte angehen. Als Unternehmen ist es besonders wichtig, während dieser Phase viel zu kommunizieren (z.B. über ein digitales Netzwerk, Gruppe, oder ähnliches) und den Menschen das Gefühl zu geben, sie sind nicht in Vergessenheit geraten und nach wie vor ein wesentlicher Teil des Unternehmens. 

Re-orientation

Während der Re-orientation-Phase (sechs bis 24 Monate nach Renten- oder Pensionseintritt) steht die Suche nach sinnvollen Tätigkeiten und neuen Herausforderungen im Vordergrund. Die Wahrscheinlichkeit, als MentorIn, Senior Expert oder Teilzeitkraft in den Betrieb zurückzukehren ist in dieser Phase am höchsten. Die ehemaligen MitarbeiterInnen sind noch up-to-date, motiviert und kennen den Betrieb so, wie sie ihn verlassen haben. 

Reconciliation

Ab 24 Monaten nach dem Abschied in den Ruhestand, in der Reconciliation-Phase - was wortwörtlich mit “Versöhnung” übersetzt wird und damit bezeichnend für den Zustand des ‘sich mit der neuen Lebensphase angefreundet haben' bedeutet - ist eine Rückholung von Expertise eher schwer. In Betrieben hat sich dann oft bereits viel verändert und die KollegInnen haben die Kompetenzen u.U. nicht ausreichend geschult und eingesetzt bzw. sich anderen Tätigkeiten gewidmet.  

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