Partners
April 27, 2020

Kooperation: WisR und MERCER setzen auf Alumni-Pool älterer Arbeitnehmer

Der Wunsch, unterschiedliche Generationen am Arbeitsmarkt zu vereinen, um so dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, kommt bei immer mehr Unternehmen durch. Das zeigt die WisR-Zusammenarbeit mit bis dato mehr als 550 Unternehmen und 6000 Senior Talents. Firmen suchen hier erfahrene Experten, Silver Ager wünschen sich im Ruhestand noch eine Herausforderung.

Mit dem Tool WisRConnected bekommen Unternehmen außerdem die Möglichkeit, mit ihren erfahrensten Mitarbeitern auch in deren Ruhestand in Kontakt zu bleiben. Ein Alumni-Pool der besten Köpfe, auf den das Unternehmen nach Bedarf etwa für Mentorings, projektbasierte, saisonale, Teilzeitarbeit und Karenzvertretungen zurückgreifen kann.

Wir freuen uns verkünden zu können, dass uns auf diesem Weg ein neuer Partner begleitet: ab sofort kooperiert das globale Beratungsunternehmen MERCER mit WisR.

Die Vertriebspartnerschaft, bei der das Beratungsunternehmen MERCER die B2B-Lösung WisRConnected seinen Kunden weiterempfiehlt, zeigt, wie wichtig es ist, dem demographischen Wandel in der Wirtschaftswelt entgegenzuwirken. Denn: Die Pensionierungswelle der Babyboomer steht bevor, Unternehmen sehen sich demnächst mit einem massiver Wissens- und Erfahrungsschatzverlust konfrontiert.

Klaudia Bachinger (CEO) und Carina Roth (CFO) freuen sich über die WisR-Kooperation mit MERCER

"Das Potenzial auf dem Gebiet, Lösungen für Unternehmen zu entwickeln, ist enorm", sagt Klaudia Bachinger, WisR-CEO. "Mit Mercer haben wir die Chance, dieses Thema gemeinsam zu besetzen und dadurch schneller einen positiven Impact - nicht nur in Österreich, sondern international - zu erzielen."

MERCER-Österreich-CEO Josef Papousek: "Generationsbezogenes Verkaufen wird sicher noch stärker kommen"

Wie MERCER an die Trends altersfreundliche Arbeitgeber und New Work herangeht, hat WisR in einem Interview mit Österreich-CEO Josef Papousek besprochen.

WisR: Herr Papousek, für viele Unternehmen ist Alter ein Einstellungskriterium. Der Tenor lautet oft: lieber jung als erfahren. Gleichzeitig zeigen Studien: In zehn Jahren werden 44 Prozent der europäischen Bevölkerung älter als 50 sein - es wird ein Miss-Match geben. Denkt hier die Wirtschaft zu langsam um?

Josef Papousek: Wir haben hier ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Viele große Unternehmen sagen sehr wohl: Wir möchten das Know-how der älteren Mitarbeiter behalten - mit anderen Arbeitszeitmodellen natürlich. Dann gibt’s auch jene Unternehmen, typischerweise mittelgroß, die auf Innovation ausgerichtet sind, möglichst viele Ideen und Produkte entwickeln. Die setzen vorrangig auf die junge Generation - Studienabsolventen mit ein bis drei Jahren Berufserfahrung.

Kommt wohl auch auf die Region an?

Ja, wir sehen große regionale Unterschiede: In Wien sieht es anders aus als in Tirol oder Oberösterreich. Die Bundesländer sind für junge Leute nicht so attraktiv. Die Betriebe dort legen daher viel mehr Fokus auf das Behalten der älteren Mitarbeiter. Sie brauchen sie, weil sie nicht so schnell so viele  Arbeitskräfte finden, darauf schauen vor allem die großen Unternehmen.

"Betriebe in Wien hingegen überlegen oft ab dem 55. Lebensjahr der Mitarbeiter, wie man sie ersetzen könnte."

Es heißt, durch die Digitalisierung und Automatisierung brauche es zweierlei: fähige Fachkräfte und Menschen, die exzellente soziale und kognitive Kompetenzen haben. Eine Chance für Silver Ager?

Wenn sie dazu bereit sind, schon. Wenn die Art und Weise, wie Arbeitsabläufe laufen müssen, nicht dokumentiert oder dokumentierbar ist, überall wo Arbeitserfahrung zählt und nur die Erfahrensten wissen, wie es geht, ist es eine Chance. Das sehen wir im Handel: Eine große Wiener Autohändlerkette hat Bereiche, in denen hauptsächlich ältere Verkäufer arbeiten - weil es vorrangig auch ältere Käufer gibt. Generationsbezogenes Verkaufen wird sicher noch stärker kommen.

Bald geht eine ganze Generation - die Babyboomer - in Pension. Wie sehr schmerzt das Betriebe?

Das ist ja jetzt die Gefahr: Es gehen nicht Einzelne, sondern ganze Gruppen und Abteilungen. Viele Studien und Erfahrungswerte haben jedenfalls gezeigt, dass es nachhaltigen Schaden anrichtet, wenn man Mitarbeiter zu früh in Pension schickt.

"Man sollte den Leuten nicht die Freude an der Pension nehmen aber schon auch vermitteln: Du bekommst mit zusätzlicher Arbeit mehr Pension und auch eine Herausforderung. Das ist eine wertvolle Sache."

Welche Vorteile hat es für einen Betrieb, auf Mitarbeiter in Pension - fürs Mentoring, Projektarbeit oder Karenzvertretungen - zurückzugreifen?

Je diverser die Belegschaft ist, desto erfolgreicher das Unternehmen. Die Lebenserfahrung der Älteren ist durch Jüngere nicht zu ersetzen. Da geht’s um den Umgang miteinander, mit Kunden, mit Problemen. Gutes Beispiel sind die Banken: In den Filialen sitzen meistens junge Leute. Die Kunden, die eine Filiale aufsuchen, sind in der Regen aber älter. Eigentlich bräuchten sie erfahrene Berater - da gibt es eine Diskrepanz.

Welche Vorteile haben die Senior Talents?

Bei unserem Silver Ager bei Mercer sehe ich ganz klar: Der sucht die Balance zwischen seinem Sport und einer Aufgabe, bei der er seine Expertise nutzen kann. Er ist Versicherungsmathematiker, glaube aber, er wäre auch offen für neue Herausforderungen, neue Tätigkeiten. Die älteren Menschen werden heute auch immer gesünder, fitter und sind voller Tatendrang. Die Wirtschaft muss da etwas bieten.

Gutes Stichwort: Was genau muss ein Arbeitgeber bieten, damit Senior Talents weiterhin bei ihm arbeiten möchten?

Ein positives Arbeitsumfeld, in dem man sich wohl fühlt.

"Viele Firmen vermarkten Diversität in Teams als reine CSR-Aktionen. Wenn es aber nicht echt gelebt wird, kann es nicht gut gehen."

Das bringt uns zum demographischen Wandel und New Work: Was ist Ihre Motivation, in der Kundenberatung mit WisR zu kooperieren?

Wir möchten mit WisR unser Portfolio erweitern und unsere Kunden auf das spannende Angebot aufmerksam machen. Wir haben natürlich unsere Kerndienstleistungen, im Bereich der Benefitleistungen aber kooperieren wir gerne mit innovativen Start-ups. WisR passt hier zu unserem Ursprung, der in Österreich im HR-Management und der betrieblichen Vorsorge war. Wir setzen selbst auch sehr auf das Thema Alter im Betrieb - es passt also gut zusammen, es fügt sich in unsere Strategie ein.

Abschließend: Was ist das Wertvollste, das Sie selbst von einem Senior Talent gelernt haben?

Ganz viel. Ich arbeite seit ich 16 bin und hatte immer ältere Vorgesetzte. Ich habe von ihnen gelernt, was ich selbst als Vorgesetzter selbst machen möchte und was nicht. Und: Wenn wir heute Mitarbeiter rekrutieren, laden wir auch Leute ein, die der älteren Generation angehören.

{{$t("global.newsletter.title")}}

Kein spam!