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April 6, 2020

Die wichtigsten Dos and Dont's für Videokonferenzen

In Zeiten von Social Distancing und Homeoffice wurde sie urplötzlich zu unserer einzigen Verbindung zur Außenwelt, zu den Kollegen, Geschäftspartnern und auch zu Familienmitgliedern: Die Videokonferenz.

Um sie vor allem im beruflichen Kontext professionell über den Bildschirm zu bringen, bedarf es einer gewissen Video-Netiquette, viel Aufmerksamkeit und oftmals noch mehr Geduld. Richtig "remote" kommunizieren, will gelernt sein.

Diese sieben Fragen und Antworten geben Senior Talents Orientierung und gleichzeitig den letzten Performance-Schliff:

1. Welchen Anbieter soll ich nutzen?

Am Markt gibt es unzählige Anbieter von Videokonferenzen. Zu den beliebtesten und unkompliziertesten gehört Skype (kostenlos), der soeben eine neue Funktion vorgestellt hat, mit der man für Videotelefonie keinen Account und auch keine App mehr braucht. Skype ermöglicht Anrufe mit bis zu 50 Teilnehmern. Auch beliebt ist Google Hangout - ebenfalls kostenlos. Bis zu 200 Personen können an einer Besprechung mit Zoom teilnehmen.

2. Welche technische Ausrüstung brauche ich?

Hast du einen Laptop, ist in den meisten Fällen eine Kamera darauf installiert (über dem Bildschirm), ein Mikrofon sowieso. Bei einem Stand-PC benötigst du eine externe Kamera. Generell empfehlen sich Kopfhörer mit einem integrierten Mikro - also etwa dein Headset, das du fürs Telefonieren verwendest.

3. Mit oder ohne Video? 

Manchmal lassen Personen während eines Calls ihre Kamera abgedreht. Das macht dann Sinn, wenn man nicht aktiv kommuniziert und nur zuhört, wie etwa bei einem Webinar (einem Online-Seminar). Wer mit anderen Personen hingegen interagieren möchte, sollte selbst auch zu sehen sein.

4. Wie verhalte ich mich während einer Videokonferenz? 

Die Netiquette gibt vor: Hörst du gerade nur zu, schalte dich stumm. So vermeidest du lästige Rückkoppelungen oder Nebengeräusche. Grundsätzlich gelten im virtuellen Meeting die gleichen Regeln, wie im realen: Pünktlich, freundlich und vorbereitet sein und die (sichtbare) Kleidung dem Anlass anpassen. Die Kamera solltest du ungefähr auf Augenhöhe positionieren (ein Bücherstapel dient da gut als Stütze). Wer die Kamera zu tief einstellt, wirkt im Gespräch von oben herab. Wer sie hingegen zu hoch hat, macht sich klein.

Wie im echten Leben, heißt es auch virtuell: Man kann nicht nicht kommunizieren. Körpersprache, Mimik und Gestik verlieren virtuell jedoch etwas an Wirkkraft, deshalb solltest du deine Botschaft durch langsame und deutliche Sprache austarieren. Profis blicken beim Reden übrigens direkt in die Kamera und nicht auf den Bildschirm, wo die anderen Teilnehmer zu sehen sind. Das suggeriert Augenkontakt, das Gesagte wirkt eindringlicher.

5. Welches Setting ist angebracht?

Wäscheständer oder Geschirr in der Abwasch als Kulisse? Könnte deinem Gegenüber vermitteln, dass du gedanklich gerade ganz woanders bist. Professioneller wirkt da ein anderer Kamera-Winkel oder ein Ort in der Wohnung, der ein ruhiges Setting zeigt - idealerweise eine Bücher- oder Bilderwand. Super-Profis sitzen beim Videocall übrigens vor einem Roll-up ihres Unternehmens. Wer die Stimmung auflockern möchte, kann sich auch der unterschiedlichsten Hintergrundbilder bedienen, die auf vielen Plattformen angeboten werden.

6. Wie lang sollte ein Call sein?

Es hat sich eingependelt, dass berufliche Videokonferenzen in der Regel kürzer gehalten werden als face-to-face-Meetings. 60, maximal 90 Minuten lang könnten wir laut Experten gut die Konzentration halten.

7. Wie halte ich die Verbindung stabil? 

Hier kommt die zu Beginn angesprochene Geduld ins Spiel. Wer hat es nicht schon erlebt? Das Gegenüber bleibt stecken, redet wie in Zeitlupe oder verstummt gleich ganz. Um diesen Szenarien möglichst aus dem Weg zu gehen, solltest du darauf achten, dass parallel keine anderen Geräte, die das Internet beanspruchen - wie etwa eine Bluetooth-Box oder ein Film-Stream - laufen.

Zusammenfassend noch einmal die wichtigsten No-Gos bei Videokonferenzen auf einen Blick:
  • Zu viel oder zu wenig Licht
  • Versagende Technik - vor allem beim Ton besonders nervenaufreibend
  • Schlechte Positionierung des Laptops
  • Unruhiger Hintergrund, der zu viele Einblicke in die eigenen vier Wände gewährt
  • Fade Floskeln vermeiden (siehe Videokonferenz-Bingo 😉)

Eine der bekanntesten Episoden zum Thema Homeoffice gelang BBC vor zwei Jahren im Interview mit dem Experten Robert Kelly:

Dieser Beitrag ging viral - und Kelly lancierte kurzerhand selbst zum Gegenstand von Interviews zum Thema Homeoffice:

Und so würde ein Conference-Call wohl im echten Leben aussehen 🤓:

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