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April 27, 2020

Finanz-Tipps für 60+

Lesezeit 5 Minuten

"Es ist nie zu spät, um zu sparen", sagt Börsenexpertin Beate Sander, 82, im WisR-Gespräch. Ab 25 Euro im Monat sei man bereits dabei. Die Rentnerin, die in ihrem Ruhestand mit ihrer Anlage zur Millionärin wurde und über 50 Bücher zu Finanzen schrieb, gibt Tipps, wie man mehr aus seiner Rente und Pension herausholt - auch, wenn man sich bis dahin nichts zur Seite gelegt hat.

Tipp 1: Wissen, Wissen, Wissen

Beate Sander hat ihre erste Aktie mit 59 Jahren gekauft. Aus ihrer jahrelangen Erfahrung weiß sie, dass es erst einmal die passende Expertise rund ums Sparen und Anlegen braucht, bevor man gedanklich auch nur in die Nähe der Börse kommt. "Man muss Bücher lesen! Nur so bekommt man ein Grundwissen und gute Basiskenntnisse. Habe ich die, kann ich im Internet dann die aktuellen Informationen einholen."

Tipp 2: Schrittweise beginnen

Einsteigern rät Sander, nicht mit einzelnen Aktien zu beginnen, sondern auf ETFs setzen. Um das Risiko zu minimieren. "Breit streuen und international orientieren, das wirft auch im Crash was ab. Wer jetzt startet, könnte mit fünf bis sechs ETFs anfangen."

Tipp 3: Den Markt scannen und gut überlegen

Der deutsche MDAX (für mittelständische Unternehmen) sei für Beginner dem DAX vorzuziehen. "Da sind gute Unternehmen drinnen, die nachhaltig wirtschaften. Im 15 Jahresvergleich schneiden die doppelt so gut ab, wie der Leitindex." Auch empfiehlt sie, etwa auf eine österreichische ATX und deutsche MDAX-Kombination zu setzen und sich auf dem MSCI World Index, wo die größten Unternehmen gelistet sind - umzusehen.

Beate Sander, 82, ist deutsche Finanzexpertin und Buchautorin

Tipp 4: Summe abwägen

Ab 25 Euro im Monat sei man beim Sparen dabei, meint Beate Sander. "Es gibt Sparpläne, die mit ganz kleinen Summen beginnen. Die kann ich langfristig anlegen. Natürlich kann man in eine Einmalanlage aber auch über 1000 Euro in einen Titel stecken."

Tipp 5: Auf Nachhaltigkeit setzen

"Will ich nachhaltig wirtschaften, gibt es auch für Senioren durchaus interessante Angebote. Etwa, in dem man was gegen den Klimawandel tut und zum Beispiel ETFs auf Wasser nimmt. Dann hat man eine Anlage mit gutem Gewissen." Das Geld, das man in Aktien steckt, ist schließlich Eigenkapital für Unternehmen. "Man kann es nutzen, um erneuerbare Energien, Infrastruktur oder neue, sozialverträgliche Geschäftsmodelle zu unterstützen."

Tipp 6: Nerven bewahren

Die Erfinderin der sogenannten "Hoch / Tief / Mut-Strategie" bewahrt selbst bei sinkenden Kursen die Nerven. "Ich schleudere mein Depot nicht auf den Markt wenn die Kurse niedrig sind, sondern kaufe dann schrittweise neue Aktien. Selbst in der Krise gibt es einzelne Aktien, etwa wenn Übernahmeangebote vorliegen, die nicht runtergegangen sind", sagt sie.

Tipp 7: Immer wieder anpassen

"Der Mutige verdient das Glück. Der Tüchtige auch", weiß Sander aus eigener Erfahrung. Sie empfiehlt: Nicht nur abzuwarten, sondern schon auch immer wieder den Markt zu scannen, das Wirtschaftsgeschehen im Auge zu behalten und auf dieses gegebenenfalls auch zu reagieren. "Nur die Füße stillzuhalten, ist nicht klug." Selbst bei langfristigen Anlagen. Sie vergleiche das Pflegen dieser gerne mit Gärtnern: "Nur, wenn man genau zu richtigen Zeit sät, Unkraut jätet und bewässert, kann man ernten."

Sanders Evergreen für Börseneinsteiger erscheint jetzt in 10. Auflage.

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